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Umgang mit Sexismus und Hatespeech im Online-Gaming

von Jun 25, 2021E-Sport Wissen, Soziales Lernen, Tipps für Pädagog*innen, Tipps für Schüler*innen, Unterrichtsideen

Videospiele sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Aufgrund der Digitalisierung der letzten 20 Jahre wurde Online-Gaming ein fixer Bestandteil und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit Freund*innen oder Bekannten online soziale Kontakte zu pflegen oder auch neue Leute kennenzulernen ist ein großes Plus. Dies trifft vor allem auf die aktuelle Corona-Krise zu, wo der persönliche Kontakt sowieso minimiert werden muss. Doch mit allen Vorteilen, die dieses Thema mit sich bringt, gibt es leider genauso Schattenseiten im Gaming-Bereich.

Sexismus, Mobbing und Hatespeech im Internet bzw. auch in den Videospielen sind ein grundsätzliches Problem unserer Zeit. 

Noch nie war es einfacher sich anonym hinter einem Alias zu verstecken, um zu mobben, sexistische Äußerungen oder gar Hasstiraden von sich zu geben. Dass man diesem Problem entgegenwirken muss, versteht sich von selbst. Doch wie geht man damit um? Eine große Verantwortung in diesem Thema tragen wohl die Eltern bzw. die Erziehungseinrichtungen. Als Erziehungsberechtigte hat man die Aufgabe seine Kinder für das gemeinsame Miteinander im späteren Leben vorzubereiten und sie sollten dahingehend vom Staat auch unterstützt werden. Kindergärten, Schulen/Ausbildungsplätze und die Politik müssen auf den digitalen Zug aufspringen und sich dem gesellschaftlichen Wandel anpassen. Pflichtkurse wie z.B. zum Thema „Sozialer Umgang im Netz“ sollten fester Bestandteil der Bildungslandschaft sein und auch strengere Gesetze gegen Mobbing, Sexismus und Hatespeech im Netz müssen beschlossen und auch zur Anwendung gebracht werden. Diese Vorschläge würden helfen, die zukünftigen Generationen für ein besseres Miteinander in der digitalen Welt vorzubereiten.

Da sich diese Thematik aber heutzutage durch alle Altersschichten der Gesellschaft zieht, stellt sich nun die Frage was jeder von uns dagegen machen kann. Jeder kann Opfer von Mobbing, Sexismus und Hatespeech im Netz werden. Oft sind Mädchen/Frauen und Menschen der LGBQTIA+ Community Ziele dieser Online-Angriffe. Aus Angst vor sexistischen Angriffen, benutzen viele Frauen und Mädchen z.B. neutrale Nicknamen, die nicht auf ein Geschlecht hindeuten oder stellen sich im Spiel auf stumm, um nicht aufgrund ihrer Stimmlage als Mädchen/Frau erkannt zu werden. Das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung eines Menschen sollte allerdings in keiner Lebenslage -on- oder offline – eine Rolle spielen.

Was können Personen tun, die im Online-Raum oder während des Spielens mitbekommen, dass ein verbaler Angriff stattfindet?

Hierbei gilt es, zunächst der betroffenen Person unterstützend an der – im virtuellen Sinne gesprochen – Seite zu stehen. Personen, die negative Äußerungen treffen, können auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden – in einem freundlichen und sachlichen Ton. In den weiterführenden Links am Ende des Artikels, sind ausführliche Informationen und Tipps rund um Hatespeech und Counterspeech zu finden.

Viele Videospiele bieten in-game an, bestimmte Spieler*innen zu “reporten” – quasi anzuzeigen. Teilweise mit Auswahlmöglichkeiten (Mobbing, Cheating, Hatespeech uvm.) oder inklusive Upload von Screenshots zum Beweis. Leider kann man als einzelne Person nie wissen, ob jetzt wirklich gegen dieses Konto/diesen Alias Konsequenzen gezogen werden oder nicht. Die Hoffnung bleibt, dass die negativ auffallenden Personen durch Reports früher oder später vom Spiel verbannt werden. 

Die Möglichkeit (un)bekannten Personen im Netz zu helfen ist sehr beschränkt. Wichtig ist jedes Fehlverhalten angreifenden Personen zu spiegeln und diese auch zurecht zu weisen. Jeder noch so kleine Beitrag für ein besseres Miteinander zählt und nur gemeinsam kann man gegen Hatespeech, Mobbing und Sexismus wirksam vorgehen.

Weiterführende Links, nützliche Materialien & IDEEN für den Unterricht


Fotocredits Titelbild: Photo by Mika Baumeister on Unsplash


Dieser Artikel ist Dank der Unterstützung des ESVÖ (eSport Verband Österreich) entstanden.
Autor: Marko Fritz, Board Vorsitzender beim ESVÖ


Über den Autor

Marko Fritz ist Funktionär ESVÖ (Board Lead), Software Engineer at Day & E-Sport Enthusiast 24/7, Badminton Funktionär & Spieler, E-Sports Referee, Vereinsmitglied bei Austrian Force E-Sports und bei Esports Mostviertel

Twitter: @/AT_Deathscythe